KEN HENSLEY – “BLOOD ON THE HIGHWAY”

Mai 25th, 2007

Band: KEN HENSLEY
Medium / Titel: CD / “Blood On The Highway”
VÖ: 25.05.2007
Label: Politur/Membran

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Rock´n`Roll in den Siebzigern, ein besonders buntes Kapitel der Musikgeschichte. Wohl keine andere Ära in den Annalen populärer Musik hat einen dermaßen großen Einfluss auf alle weiteren Entwicklungen genommen, hat so viele Künstler nachhaltig inspiriert und politisch wie sozial derart Grundlegendes verändert. Ken Hensley erlebte die goldenen Siebziger in der Position eines wahren Rockstars. Als Gitarrist, Sänger und Keyboarder von URIAH HEEP, bei denen er bis 1980 spielte, aber auch als erfolgreicher Solokünstler mit einer ganzen Serie toller Veröffentlichungen, hat er alle Höhen und Tiefen mitgemacht, dabei rauschende Konzertnächte genossen, schwierige Phasen durchlitten und immer nur eines gewollt: sein Leben als Musiker fortsetzen. Aus diesem Stoff, aus dem seit weit über dreißig Jahren die sehnsüchtigen Musikerträume gemacht sind, hat er ein Album geschrieben, das spannend und bis in die letzte Note authentisch klingt. „Blood On The Highway” ist weit mehr als nur ein reines Konzeptalbum. Es ist eine Reminiszenz an ein goldenes Jahrzehnt, Hensleys Tribut an die wohl wichtigste Ära dieses Genres und – ganz nebenbei bemerkt – ein grandioses Rockalbum voller Emotionen, Vitalität und Dynamik. Oder wie es Hensley selbst formuliert: „Mit Blood On The Highway erzähle ich eine ganz spezielle Geschichte, die zu großen Teilen autobiographisch ist, aber auch die Erfahrungen vieler Kollegen und Freunde aufgreift. Es ist die Geschichte der Siebziger Jahre, wie sie sich aus der Sicht eines Rockmusikers damals zugetragen hat.”

Zielgerichtet hat Hensley die einzelnen Songs mit namhaften und vor allem auch stimmlich passenden Sängern bestückt. „Ich wollte die unterschiedlichen Charaktere jener Zeit darstellen, die vielfältigen Farben, die man seinerzeit im Rock´n`Roll vorfinden konnte”, erklärt er und konkretisiert seine Auswahl: „Jørn Lande repräsentiert mit seinem rauen Timbre große Sänger wie den Free- und Bad Company-Frontmann Paul Rodgers oder auch den jungen David Coverdale, der damals bei Deep Purple sang und anschließend Whitesnake formierte. Jørn hat wie Rodgers und Coverdale gleichermaßen Blues und Rock in der Stimme.” Gleich in fünf Songs (´This Is Just The Beginning`, ´Blood On The Highway`, ´You’ve Got It`, ´Okay (This House Is Down)` & ´We’re On Our Way`) ist der charismatische Norweger zu hören, zwei weitere werden von Glenn Hughes (Ex- Trapeze, Deep Purple) übernommen. „Glenn singt in ´The Last Dance`, außerdem wollte ich ihn unbedingt für ´What You Gonna Do` haben, ein Song, der nach Jahren von Exzessen und ausschweifendem Leben die alles entscheidende Sinnfrage aufwirft: Wie soll es jetzt weitergehen?”

Für seine Kompositionen über Liebe, Lust und Leidenschaft wählte Hensely wiederum die ausdrucksstarke Eve Gallagher. Die gebürtige Engländerin, die stellenweise fast wie Tina Turner klingt, arbeitete bereits mit Boy George, hatte mit ´Love Come Down` und ´Heaven Has To Wait` zwei Clubhits und ist Namensgeberin ihrer eigenen Band Eve Gallagher and Missing Link, die noch in diesem Jahr ein neues Album veröffentlichen wird. „Für jene Songs, die von Emotionen und Beziehungen handeln, suchte ich gezielt nach einer weiblichen Stimme”, sagt Hensley. „Eve war wirklich die perfekte Wahl für ´Think Twice`, einen Song voller Gefühl und Tiefgang.” Zu einem erneuten Zusammentreffen mit seinem früheren Uriah Heep-Kollegen John Lawton kommt es in ´It Won’t Last`. Mit eindringlicher Stimme proklamiert Lawton den unbedingten Glauben an die eigene Stärke: „No need to take the blame, no need to change your name, it wasn’t your mistake, you were trapped and you had to escape, go on and ride the crest, thinking it’s you that’s blessed.” Treffender kann man einen flammenden Appell für starkes Selbstbewusstsein nicht formulieren.

Natürlich hat es sich Ken Hensley nicht nehmen lassen, selbst drei Songs zu singen (´There Comes A Time`, ´Postscript` und ´I Did It All`). Er, der sämtliche Stücke geschrieben und die ambitionierten Texte verfasst hat, verewigt sich selbstverständlich auch als Musiker in entsprechender Ausführlichkeit. Dabei hat er darauf geachtet, dass vom Flair der beschriebenen Epoche so viel wie möglich in die Gegenwart transportiert wird, ohne dabei die Möglichkeiten moderner Studiotechnik zu ignorieren. Er sagt: „Dies ist ein traditionelles Rockalbum mit einem modernen Flair, denn es wurde mit zeitgemäßem Equipment produziert. Die Aufnahmen wurden so authentisch und ehrlich wie möglich gehalten, das bedeutet: nur sehr wenige Synthesizer, dafür aber echte Streicher und ein echtes Klavier.”

Für Hensley ist Blood On The Highway eine Reminiszenz an sein eigenes Leben. Eine Art Rückblick auf eine Ära, als Musik noch auf schwarzen Vinylscheiben gepresst wurde, als die Haare von Musikern lang, die Hosen weit und die Hemden bunt und glamourös waren. Kein Blick zurück im Zorn, kein melancholisches Resümee einer verlorenen Zeit, sondern eine Ode an die wohl aufregendste Epoche seines Lebens. Gibt es eine Lektion auf Blood On The Highway, eine spezielle Moral der Geschichte? „Nein”, sagt Hensley mit Nachdruck. „Alle Musiker folgten damals ihrem eigenen Traum. Wenn man ihnen eine Standpauke halten oder sie eines Besseren hätte belehren wollen, wäre ihre Reaktion sowieso gewesen: Danke für den Rat, aber ich mache es trotzdem so, wie ich es für richtig halte.”

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