IN EXTREMO + DORO – Northeim Open Air 2009

Mrz 17th, 2009

Nach dem Erfolg im letzten Jahr, gibt es natürlich auch in diesem Jahr ein Open Air mit In Extremo auf der Waldbühne in Northeim – einem Amphitheater mitten im Wald. Eine grandiose Kulisse für einen ganz großen Konzertabend mit In Extremo als Headliner.

In Extremo sind in aller Munde. Seitdem sie mit ihrem aktuellen Erfolgsalbum „Sängerkrieg“ direkt nach der Veröffentlichung Madonna von der Spitze der Charts verdrängt haben, hat wohl auch der letzte Musikfan im Lande von den Mittelalter-Rockern Notiz genommen. Nicht zuletzt tragen aber die Live-Auftritte, die bei In Extremo einem Spektakel aus Musik, Licht, Feuer, Kostümen und Farben gleichen, unverwechselbar zum stimmigen Gesamtbild und zum angesagten Lebensgefühl bei.

Bässe drücken in der Tiefe, Flammen schießen in die Höhe, ganz oben aber fliegen die Harmonien der Dudelsäcke und beißen sich ihren Weg durch Rauch und Schweiß. Die Berliner inszenieren ein Konzertspektakel, das die Freunde des schwer geschmiedeten Rocks mit denen von Ritterfesten vereint. Es ist ein Spiel mit dem Mythos Mittelalter und der grandiose Sänger Michael Robert Rhein, genannt „Das letzte Einhorn“, gibt den Zeremonienmeister. Genau diese Atmosphäre war im letzten Jahr bei In Extremo auf der Waldbühne mehr als beeindruckend.

Als Co-Headliner der Mittelalterrocker kommt Hardrock-Queen Doro nach Northeim. Seit 25 Jahren steht Dorothee Pesch ihre Frau im Heavy Metal, am 13. Dezember 2008 feierte sie ihr Bühnenjubiläum, Anfang 2009 markiert die neue Scheibe mit dem Titel „Fear No Evil“ einen weiteren Meilenstein ihrer langen Karriere.

Der deutschen Rocklady Nummer 1 ist mit dem Album „Triumph And Agony“ ihrer ehemaligen Band Warlock eines der wohl bedeutsamsten Metal-Alben der 80er zuzurechnen, nach einer zwischenzeitlichen Abkehr von den härteren Klängen in den 90er Jahren stehen die Zeichen seit „Calling The Wild“ oder spätestens „Fight“ wieder eindeutig auf Metal.

Den bisherigen Höhepunkt dieser Rückkehr zu traditionellen Schwermetallklängen setzt DORO mit „Fear No Evil“, das überraschend frisch und knackig aus den Boxen springt. Klar, man kennt die Trademarks der blonden Lady, aber „Fear No Evil“ ist ausgesprochen vielseitig ausgefallen und nimmt clever die Hürde zwischen Tradition und Moderne. Die Songs klingen ziemlich tight und gerade die Up-Tempo- und aggressiveren Stücke hauen dermaßen überzeugend rein, dass man immer wieder staunen muss, wie die DORO nach 25 Jahren so viel Herzblut in ihre Songs einbringen kann – und live wird das mit Sicherheit ein Fest!

Bei OHRENFEINDT fliegen seit 1994 die Gitarren tief! Ihr Habitat sind kleine, verräucherte Clubs ebenso wie größere Bühnen, mittlerweile hat sich das Trio mit Shows auf den wichtigsten Biker-Events im deutschen Sprachraum eine treue Gefolgschaft erspielt. Sie standen mit Megaherz, Birth Control, Rose Tattoo und der Tormoorholmer Legende Torfrock auf der Bühne. Letztere gehören – neben AC/DC – ebenso zu ihren Göttern wie Social Distortion, Herman Brood, Johnny Cash oder Stefan Stoppok.

Mundharmonika, fette Gitarrenriffs, ‘ne donnernde Rhythmussektion und heiserer Gesang – das ist die schlichte Formel für ihren beinharten Vollgasrock, der in Bauch, Beine und vielleicht auch in den Kopf geht. So hat es ihre Kulthymne „Harley-luja“ auch als einziger deutschsprachiger Titel auf den 100-Jahre-Harley-Davidson-CD-Sampler geschafft (neben so großen Namen wie Doro (!), Judas Priest und UFO). OHRENFEINDT stehen auf klare Ansagen, und was sie zu sagen haben, sagen sie auf Deutsch. Ihre Songs handeln von Geschichten, die das Leben schrieb: Von der Liebe, vom Hinfallen und Wiederaufstehen, vom Rock, vom Roll und von Brüsten aus Silikon – schließlich muss es ja immer einen Silberstreifen am Horizont geben…

Mit „Bastard Brotherhood“ ist im März 2008 das Debütalbum von MR. IRISH BASTARD erschienen. Das diese sieben Damen und Herren wissen, wie man schmissige Songs schreibt, hatten sie allerdings schon auf der EP „St. Mary’s School Of Drinking“ bewiesen, die die Band im Eigenvertrieb über 3000 mal verkaufte. MR. IRISH BASTARD ist eine irische Folk-Punkband aus Münster und Düsseldorf – „irish“, weil es die Heimat von Sänger Mr. Irish Bastard himself ist und Punkrock, weil es das ist, was sie schon immer spielen und weil es ehrlich und rau ist.

Der Cocktail aus Zigaretten, Bier, Whiskey und der rauchigen Stimme, die viele an Shane McGowan von den Pogues erinnert, wird durch klassische Instrumente wie Flöte, Mandoline, Akkordeon und Banjo abgerundet. MR. IRISH BASTARD hält nichts von Genregrenzen und verpasst unter anderem „Livin’ La Vida Loca“ von Ricky Martin und „Why Can’t I Be You“ von The Cure einen ganz neuen, eigenen Charakter.

Die silberne Haut spiegelt sich im weißen Scheinwerferlicht, in dem sich kalte rauchgeschmiedete Körper bewegen … ein Strahl … zuckende Blitze … schwere Gitarren paaren sich mit synthetischen Klängen und zerschneiden die Nacht. STAHLMANN rockt – STAHLMANN heißt die Band, die sich neu und frisch durchs Land spielt.

Musikalisch steht diese Band ganz im Zeichen der neuen deutschen Härte und zielt dabei direkt auf Herz und Tanzbein. Ein bisschen EBM, eine gute Portion Metal und eine Spur Dance bestimmen den Sound von STAHLMANN, dazu eine gelungene Mixtur aus eingängigen Elektronikparts und rhythmisch harten Gitarren.

Die deutschsprachigen Texte des charismatischen Frontmanns Mart beschreiten einen dunklen Pfad durch das Chaos dieser Welt. Eindrücke, Gedanken und Emotionen, wobei diese nicht nur tief und authentisch sind, sondern auch alles andere als alltäglich. STAHLMANN ist eine der interessantesten Newcomerbands dieses Genres und man darf gespannt sein, wie es mit dieser Band weitergeht.

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